Motiviert wie ein Bananenschneider!

Heute ist das offizielle ENDE DER SOMMERZEIT!! Das bedeutet natürlich auch, dass das Wetter immer ungemütlicher werden wird und auch die Lebkuchen im Supermarkt bereits leise flüstern: "Nimm mich!! Mach es dir auf dem Sofa gemütlich!"

Aber als Psychologe bin ich felsenfest davon überzeugt: Unser stärkster Muskel ist nicht der "musculus masseter" (Kaumuskel), wie mir Wikipedia weismachen möchte - sondern UNSER GEHIRN! Wie oft stehen wir bitte beim (bzw. vor dem) Training sowie im Alltag vor demselben Konflikt: Wir können entweder die sofortige Belohnung wählen oder müssen auf eine noch Größere warten – und entscheiden uns für den sprichwörtlichen Spatz in der Hand!

Die Ursache:

Es mangelt uns an DISZIPLIN. So einfach ist es. Und nachdem wir unseren Lebkuchenpackung auf dem Sofa gegessen haben, finden wir unsere Entscheidung vor 10 Minuten plötzlich so unnötig wie den Bananenschneider von Tchibo.
Und dennoch treffen wir diese Art von Entscheidungen. Immer wieder kaufen wir Bananenschneider. Tatsächlich sind die eigene Disziplin und Geduld die beste Vorhersage über den späteren Erfolg im Leben. Verdammt!

Studien um das sogenannte "Marshmallow - Experiment"(1) zeigen, dass Erwachsene, die es 20 Jahre zuvor als Kleinkinder geschafft hatten, der Versuchung eines vor ihrer Nase liegenden Marshmallows zu widerstehen, nun im Durchschnitt bessere Schulnoten hatten, schlanker waren, seltener Drogen nahmen und häufiger einen Uni-Abschluss hatten.

Wirklich schade für all die Überraschungseier - Kinder aus der Werbung!

#TIPPZUMSONNTAG

Aber das muss alles nicht sein. Man muss weder sein Geld für unnütze Gerätschaften aus dem Fenster werfen, noch Entscheidungen treffen, von denen man bereits im Vorfeld weiß, dass man sie bereuen wird.
Studien (2) zeigen: Um seine Disziplin zu stärken, ist es sinnvoll seine Optionen umzudeuten und sich BEI JEDER (zweifelhaften) ENTSCHEIDUNG vor Augen führen, worauf man im Falle der Disziplinlosigkeit verzichten muss. Beispielsweise die Strandfigur im Sommer 2016. SUMMERBODIES ARE EARNED IN THE WINTER. Bam!

Gleichzeig machen die Ergebnisse Hoffnung, dass man seine Disziplin schon allein dadurch trainieren kann, indem man akribisch darauf achtet, keine Füllwörter (w.z.B. "Ähm") oder andere Lieblingswörter zu verwenden (3). Das trainiert die Selbstkontrolle, da der ursprüngliche Impuls bekämpft werden muss, diese Wörter zu benutzen.

In diesem Sinne: "Ich gehe MORGEN ins Training! Vielleicht. Ähm - ich meine: Sicher!!" ;)

Quellen:
(1) Mischel, W.; Ebbesen, E. B.; Raskoff Zeiss, A. (1972). "Cognitive and attentional mechanisms in delay of gratification.". Journal of Personality and Social Psychology 21 (2): 204–218

(2) Magen, E. et al (2014). Behavioral and neural correlates of increased self-control in the absence of increased willpower. Proceedings of the National Academy of Sciences

(3) Baumeister, R. F., Gailliot, M., De Wall, C. N., & Oaten, M. (2006). Self-Regulation and Personality: How Interventions Increase Regulatory Success, and How Depletion Moderates the Effects of Traits on Behavior. Journal of Personality, 74(6), 1773-1802.

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